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Unsere BFDlerin Emily im Interview

Überlegst du, dich für einen Bundesfreiwilligendienst bei uns zu bewerben? Interessiert es dich, was ein BFDler / eine BFDlerin an unserer Schule erlebt? Um dir einen kleinen Einblick zu verschaffen, habe ich mit unserer derzeitigen BFDlerin Emily gesprochen. Lies mal rein.

 

Du unterstützt das Team an der Freien Montessori­-Grundschule nun schon seit mehr als 6 Monaten. Gibt es einen Tag, der dir bisher besonders in Erinnerung geblieben ist?
Tatsächlich nicht genau ein Tag, eher ganz viele kleine Momente, gerade viele persönliche Situationen und Momente mit den Kindern, besondere Aktivitäten und Ausflüge in den Wald oder den Zoo, die Einschulung, die Weihnachtszeit, … Tatsächlich hab ich unendlich viele besondere Erinnerungen und ich weiß jetzt schon, dass da auch noch einige dazukommen werden.

Du hattest vor Beginn deines BFDs vermutlich eine ungefähre Vorstellung von deinem Alltag bei uns. Hat sich diese bestätigt? 
In gewissen Punkten ja, aber der Alltag ist einfach so viel umfangreicher, als ich mir vorgestellt hatte. Ich hatte eine ungefähre Vorstellung von einem Alltag in einer Grundschule, aber vor allem wollte ich alles, was in diesem Jahr passiert, miterleben und bin super dankbar für die ganzen Erfahrungen, die ich hier erleben darf, gerade auch für die Eindrücke „hinter den Kulissen“, die man sonst vielleicht nicht unbedingt mitbekommt. Zum Beispiel die Vorbereitung jedes einzelnen Schultages, das Schreiben der Lernentwicklungsbriefe, Elterngespräche und eben alles, was außerhalb des Schulalltags mit den Kindern zu dem Job dazugehört.

Wie sieht denn dein Tag in der Schule aus, welche Aufgaben übernimmst du?
Da ich den ganzen Tag in der Schule bin, also im Vor- und Nachmittag, bin ich eigentlich bei allen alltäglichen Aufgaben dabei. Es hat sich so eingespielt, dass ich morgens die Kinder in Empfang nehme und dafür sorge, dass alle Kinder in Ruhe ankommen können und kein Chaos entsteht. Später gehe ich dann mit in den Lernraum und bin eigentlich da, wo ich gerade gebraucht werde. Das ist auch einfach das Schöne an der Freiarbeit, dass nie alle Kinder das Gleiche machen und ich mich innerhalb eines Tages mit vielen verschiedenen Aktivitäten beschäftige, je nachdem, womit die Kinder auch gerade arbeiten. Somit unterstütze ich die Kinder bei ihren ganz individuellen Aufgaben, begleite auch mal nur ein einzelnes Kind bei einer Aufgabe, wenn mal etwas mehr Unterstützung benötigt wird und meistens entwickelt es sich von ganz allein, was ich mache und wo ich bin, da die Kinder auch selbstständig auf mich zukommen und man mit der Zeit auch ein Gefühl dafür entwickelt, wo man gebraucht wird. Zwischen den Lernzeiten gehen wir nach draußen in die Pause und auch da bin ich dabei, beobachte die Kinder beim Spielen oder spiele manche Spiele auch mal selbst mit und bin einfach da, falls etwas passiert oder Konflikte entstehen. Nach der Pause startet dann die zweite Lernzeit, in der wir je nach Wochentag dann Freiarbeit machen, zum Sport gehen oder eine kreative Zeit haben. Nach Schulschluss startet dann die Nachmittagsbetreuung, da begleite ich das Mittagsessen und bereite es auch vor, manchmal bereiten wir Aktivitäten wie bestimmte Sachen basteln, kochen oder backen vor für den Nachmittag, oder die Kinder entscheiden sich selbst für etwas aus unserem vorhanden Spielzeug und Material, außerdem haben wir nachmittags dann auch viel Zeit und Ruhe, um zusammen ein Hörspiel zu hören oder ein Buch zu lesen.

Was war bisher die größte Herausforderung für dich?
Ich würde sagen, es sind eher immer wieder kleine Herausforderungen, gerade im Sozialen. Im Umgang mit den Kindern haben bestimmte Momente mich schon oft gefordert, oder aber auch Tage, an denen einfach super viel los war, waren manchmal schon sehr anstrengend, aber es gab keine Situation, die wir nicht gelöst haben, oder aus der ich nichts gelernt oder mitgenommen habe.

Was hast du aus der Zeit bisher für dich persönlich mitgenommen? Was hast du gelernt / hast du dich verändert?
In erster Linie bin ich super dankbar für all die Erfahrungen und Momente ganz für mich persönlich. Ich durfte so viel miterleben, gerade auch das erste komplette Schuljahr der Erstklässler mitzuerleben war schon super besonders. Außerdem hab ich viel gelernt durch die Beziehungen, die sich im Alltag entwickelt haben, dadurch dass man die Kinder so gut kennenlernt, da man so wahnsinnig viel Zeit mit ihnen verbringt, dadurch habe ich sehr viel gelernt im Umgang mit ihnen, aber auch über die Kinder und ihre Entwicklungsprozesse. Ich hab super viel über die Montessori-Pädagogik in der Praxis dazugelernt und auch über das Konzept der freien Schule, wodurch ich mir die Arbeit in der Schule auch in Zukunft noch besser vorstellen kann. Außerdem hab ich mich in vielen Bereichen extrem weiterentwickelt, ich hab gelernt, Verantwortung für so Vieles zu übernehmen, bin in vielen Situationen auch an meine Grenzen gekommen, wenn es mal chaotischer und anstrengender war, da auch viele Situationen und Erfahrungen komplett neu für mich waren, aber rückblickend bin ich sehr glücklich, alles genau so, wie es passiert ist, miterlebt zu haben.

Hast du dir etwas für die verbleibenden Monate vorgenommen? Gibt es Dinge, die du noch machen oder lernen willst?
Am wichtigsten ist mir, wie auch schon in den letzten Monaten, so viel es geht in der Schule zu sein und vom Alltag mitzukriegen und Zeit mit den Kindern zu verbringen, weil dieses eine Jahr einfach so schnell vorbeigeht, sodass ich versuche, jeden Tag zu genießen. In diesem Jahr entwickelt man einfach so individuelle Beziehungen zu den Kindern und natürlich auch zu dem Team und ist im Alltag der Schule so integriert und involviert, sodass ich jetzt schon weiß, wie schwer mir der Abschied fallen wird, wenn mein Jahr in wenigen Monaten vorbei ist. Deswegen versuche ich, noch so viele Erinnerungen wie möglich zu schaffen und noch so viel es geht mitzuerleben. Aber natürlich bin ich auch für jede Erfahrung dankbar in Bezug auf mein Studium, sowohl für die sozialen Erfahrungen, aber auch für die Erfahrungen in diesem Schulkonzept bzw. dieser Schulform, was mich in meinen Plänen für mein Studium noch mehr bestärkt hat.

Wem kannst du ein BFD an unserer Schule (besonders) empfehlen? Was müsste der-/ diejenige deiner Meinung nach mitbringen? 
Ich denke, es ist gut, wenn man Interesse am Schulalltag hat, vielleicht auch sogar besonders an der Montessori-Pädagogik oder eben dem Konzept der freien Schule. Noch wichtiger ist es aber meiner Meinung nach, dass man Freude im Umgang mit den Kindern hat und bereit ist, sich in die Schule zu integrieren und Aufgaben zu übernehmen und sich auch einfach mit seinen persönlichen Stärken einbringt. Das meiste lernt man tatsächlich auch einfach im Laufe der Zeit durch die Erfahrungen in der Schule, man entwickelt sich im sozialen Bereich so sehr weiter, ich hab so wahnsinnig viel gelernt, wie man in bestimmten Situationen handelt oder mit ihnen umgeht. Zudem war es für mich nach meiner eigenen Schulzeit und dem Abitur genau das richtige, endlich richtig viele praktische Erfahrungen zu sammeln, gerade, wenn man überlegt auch in Zukunft in der Richtung zu arbeiten, oder aber, wenn man sich vorstellen kann, dass man einfach richtig viel Freude an dem Jahr in der Schule haben wird. 🙂

Liebe Emily, danke für das Gespräch.

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Bildnachweis
Alle Bilder: © Lebendig Lernen e.V.