Entfaltungsstufe (Jahrgang 7/8)

Verantwortung übernehmen und sich entfalten

In der Entfaltungsstufe (Jahrgang 7 und 8) treten die Jugendlichen in eine neue Entwicklungsphase ein. Sie lösen sich zunehmend aus kindlichen Abhängigkeiten, suchen ihren Platz in der Gemeinschaft und wollen als eigenständige Persönlichkeiten ernst genommen werden.

Diese Phase ist geprägt von dem Wunsch nach Sinn, Zugehörigkeit und realen Aufgaben. Lernen wird dann besonders wirksam, wenn Jugendliche Verantwortung übernehmen, praktische Erfahrungen machen und erleben, dass ihr Handeln Bedeutung hat.

Pädagogischer Schwerpunkt der Entfaltungsstufe

Die Entfaltungsstufe orientiert sich an der von Maria Montessori beschriebenen dritten Entwicklungsphase. Im Mittelpunkt stehen die soziale Entwicklung, Selbstwirksamkeit und das Lernen in realen Zusammenhängen.

Zentrale pädagogische Leitgedanken sind:

  • echte Verantwortung im schulischen Alltag
  • Lernen durch praktische, sinnvolle Arbeit
  • Einbindung in reale gesellschaftliche Zusammenhänge
  • Mitbestimmung und demokratische Beteiligung
  • Entwicklung wirtschaftlicher und organisatorischer Kompetenzen

Lernen in der Entfaltungsstufe

Der Lernalltag verbindet selbstständiges Arbeiten, fachliche Vertiefung und projektorientiertes Lernen. Die Jugendlichen planen Lernprozesse zunehmend eigenständig und reflektieren ihre Fortschritte gemeinsam mit den Lernbegleiter*innen.

Lernformate in der Entfaltungsstufe sind unter anderem:

  • Freiarbeit und Fachvertiefung
  • Projektlernen in realen Kontexten
  • Workshops und thematische Angebote
  • gemeinsames Planen, Umsetzen und Auswerten von Projekten

Urbanes Erdkinderprojekt (im Aufbau)

Ein zentrales Element der Entfaltungsstufe ist das urbane Erdkinderprojekt. Es überträgt Montessoris Erdkinder-Idee auf heutige, städtische Lebensbedingungen.

Im Mittelpunkt steht das Lernen durch reale Arbeit und Verantwortung in Projekten, die in den Schulalltag und das Umfeld eingebunden sind.

Zentrale Projektbereiche

Schülercafé
Die Jugendlichen übernehmen Planung, Einkauf, Kalkulation, Zubereitung und Service. Sie gestalten ein reales Angebot und sammeln Erfahrungen im wirtschaftlichen Handeln.

Kino-Projekt
Die Jugendlichen wählen Filme mit gesellschaftlicher Relevanz aus, bereiten Inhalte auf und organisieren öffentliche Vorführungen. Medienkompetenz, kulturelle Bildung und Präsentationsfähigkeit werden gestärkt.

Gartenprojekt
Im Schulgarten übernehmen die Jugendlichen Verantwortung für Planung, Pflege und Ernte. Naturerfahrungen, Ausdauer und ökologische Zusammenhänge werden praktisch erfahrbar.

Schülerfirma
Die Schülerfirma bildet den organisatorischen Rahmen für die Projekte. Sie verbindet Planung, Finanzierung, Dokumentation und Verantwortungsübernahme.

Selbstverpflegung und Alltagspraxis

Einmal pro Woche übernehmen die Jugendlichen eigenständig die Selbstverpflegung. Sie planen Mahlzeiten, kaufen ein, bereiten Speisen zu und organisieren den gemeinsamen Essensrahmen.

Auch im Rahmen von Projekten, Ausflügen oder Fahrten ist Selbstverpflegung ein fester Bestandteil und stärkt Alltagskompetenzen, Teamarbeit und Selbstständigkeit.

Wochenstruktur (Beispiel) > Wie ist eine typische Lernwoche aufgebaut?

Die Wochenstruktur zeigt einen beispielhaftes Wochenraster der Entfaltungsstufe. Inhalte und Schwerpunkte können sich im Laufe des Schuljahres verändern.

Zeit

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

1. Lernzeit
8:15 – 10:30 Uhr

Freiarbeit

Englisch

Projekttag (Café/Kino)

Französisch

Freiarbeit & Lerngruppenrat

Pause
10:30 – 11:15 Uhr

Frühstück & Draußenzeit

Frühstück & Draußenzeit

Frühstück & Draußenzeit

Frühstück & Draußenzeit

Frühstück & Draußenzeit

2. Lernzeit
11:15 – 13:15 Uhr

Freiarbeit

Projekt / Garten

Workshops

Freiarbeit

Sport

Mittag

Mittagessen & Draußenzeit

Mittagessen & Draußenzeit

Mittagessen & Draußenzeit

Mittagessen & Draußenzeit

Mittagessen & Draußenzeit

3. Lernzeit

./.

Projekt / Garten

Projekttag (Café/Kino)

./.

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Lernen ohne Notendruck

Auch in der Entfaltungsstufe lernen die Jugendlichen ohne Noten. Lernentwicklungen werden durch Gespräche, Rückmeldungen und Lernentwicklungsberichte sichtbar gemacht.

Die Jugendlichen lernen, ihre Leistungen einzuschätzen, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen und mit Anforderungen umzugehen – ohne den Druck ständiger Bewertung.

Gemeinschaft, Mitbestimmung und Lerngruppenrat

Der Lerngruppenrat ist ein zentrales Element der Entfaltungsstufe. Hier planen die Jugendlichen gemeinsam, besprechen Anliegen, treffen Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für das gemeinschaftliche Leben.

Demokratische Beteiligung, Konfliktlösung und soziale Verantwortung werden im Alltag gelebt und reflektiert.

Lernen außerhalb der Schule

  • Praktikum: dreiwöchiges Praktikum im Herbst
  • Projekt „Herausforderung“: zweiwöchiges selbstorganisiertes Projekt außerhalb der Schule


Diese Formate fördern Selbstständigkeit, Durchhaltevermögen und den Blick über den schulischen Alltag hinaus.

Übergang in die Abschlussstufe

Am Ende der Entfaltungsstufe verfügen die Jugendlichen über gefestigte Lernstrategien, Erfahrung im projektorientierten Arbeiten und ein gewachsenes Verantwortungsbewusstsein. Sie sind gut vorbereitet für die Anforderungen der Abschlussstufe (Jahrgang 9/10).

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